Jun 21 2011

Montag, 21.06.10 Tadoussac (Kanada)

Wir waren heute einfach zu müde, um schon bei Sonnenaufgang aus dem Bett zu kriechen. Aber immerhin saßen wir bereits um 08:00 Uhr früh auf unserem “Aussichtsfelsen” und schauten gebannt aufs Wasser.

Aber leider rührte sich dort auch heute wieder nichts, und so langsam zweifelten wir ernsthaft daran, dass es hier wirklich so viele Wale gibt wie man uns in der Touristeninformation gesagt hatte… doch auch für die tolle Landschaft lohnte es sich, hier zu sein.

Wir spazierten also um kurz vor 09:00 Uhr zurück, denn für diese Zeit hatten wir Frühstück “bestellt”. Und wir bekamen wirklich ein leckeres Frühstück von Carole zubereitet mit Eiern, Butter, Toast, Schinken, Joghurt, Cornflakes, Saft und Kaffee – wow. Wir unterhielten uns ein bisschen und beschlossen spontan, noch eine weitere Nacht zu bleiben und nicht wie bisher geplant heute schon in Richtung USA aufzubrechen. Carole freute sich sichtlich und auch wir waren mit unserer Entscheidung sehr zufrieden.

Eines aber war klar – wir wollten unbedingt Wale sehen. So spazierten wir nach dem Frühstück zum Hafen, um uns bzgl. Wahle-Watching-Bootsfahrten zu erkundigen. Es gibt verschiedene Anbieter, die im Grunde alle die selbe Tour machen, lediglich die Größe des Bootes und die Abfahrtsorte unterscheiden sich. Wir wurden jedoch dermaßen belagert, doch jetzt sofort eine Tour zu machen und als die netten Herren sich dann auch noch uneins waren, wer denn nun die Provision unserer Fahrt bekommen würde, war es uns endgültig zu unangenehm und wir machten kehrt.

Wir beschlossen, nun an der Walstraße, der “Route des Balaines”, an der auch Tadoussac liegt, entlang zu fahren, und zwar bis nach Les Escoumins. Wir hatten gehört, dass man dort in der Baie des Pilotes auch Wale sehen kann. Und hier hatten wir auch wirklich Glück. Nachdem wir ca. 40 Minuten in der Sonne gesessen und auf´s Wasser geblickt hatten, sahen wir tatsächlich die Rückenflossen von 3 Walen, wenn auch etwas weiter entfernt. Doch sie waren da, die Giganten!

Damit wollten wir uns jedoch noch nicht zufrieden geben. Im Ort Les Bergeronnes gibt es den State Park Cap-de-Bon-Désir, der jedoch pro Person 7,80$ Eintritt kostet. Wenn man aber bis 18:00 Uhr wartet und dann dort hin fährt, wenn die Schranke dort bereits geschlossen ist und das Auto vor dieser parkt, kann man sich somit den Eintritt “sparen”. Da wir bis 18:00 Uhr noch ein bisschen Zeit hatten, futterten wir in einem kleinen Imbiss eine Pizza und fuhren dann gut gestärkt zu besagter Stelle.

Und es war unglaublich. Wir setzten uns am Ufer auf die Felsen. Es war unheimlich ruhig, und es herrschte so eine tolle, perfekte, friedliche Atmosphäre in dieser unsagbar tollen Natur.

Keine 5 Minuten dauerte es, bis sich uns der erste Wal zeigte. Wir hörten zunächst sein prusten, und dann kam der Rücken mit der Flosse zum Vorschein, kaum 50 Meter von uns entfernt. Ein unglaublich toller Moment! Und es tummelten sich hier mindestens 5-8 weitere Wale, die hier offensichtlich ein reichliches Abendmahl genossen und immer wieder an die Oberfläche kamen, um Luft zu holen. Es ist toll, diesen riesigen Meeressäugern zuzuhören und zu sehen, wie der Rücken ganz langsam an die Oberfläche tritt. Und das alles in dieser Stille, kaum zu beschreiben.

Wir hätten noch stundenlang hier sitzen können, doch es wurde langsam richtig kalt und dunkel wurde es außerdem. So traten wir die Heimfahrt an und waren glücklich und zufrieden. Denn wir hatten endlich diese tollen Wale gesehen!

Wort des Tages: Mink-Wal




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