Feb 27 2010

Donnerstag, 18.02.10 The Catlins (Neuseeland)

Die Catlins sind eine Gegend im Süden der Insel, die raue Klippen bietet, aber auch schöne ruhige Buchten und jede Menge Tiere wie Pinguine, Roben, Seelöwen etc. die man hier beobachten kann. An warmen Sommertagen eine wirklich tolle Gegend.

Gemein wird es jedoch, wenn die fiesen, sogenannten Southerlies (gemeine Südwinde) wehen. Dann wird‘ s nämlich ganz schön frisch. Wir hatten das Glück, nicht nur die Bekanntschaft dieser Winde zu machen, sondern das alles gespickt mit ein paar Regenschauern zu erleben. Sonne war heute mal wieder sehr rar.

Dennoch wollten wir natürlich ein paar Orte sehen, und so mussten wir uns halt warm einpacken. Wir machten uns auf den Weg zum Nugget Point, um dort einen Leuchtturm anzuschauen. Auf dem Weg dorthin haben wir einen putzigen Pinguin am Strand entdeckt und kurz angehalten, um uns mit dem schüchternen Frackträger anzufreunden.

Dann ging’s zum Leuchtturm, der 1869 erbaut wurde. Der Name „Nugget Point“ stammt übrigens daher, da die Felsen vor der Küste wohl an Nuggets erinnern.

Das Wetter wurde nicht wirklich besser, und so fuhren wir nach Owaka, dem größten Ort in den Catlins. Wir mussten dort zunächst zu einer Werkstatt, denn unser Radio hatte den Geist aufgegeben, und auch das Navi bekam über den Zigarettenanzünder keinen Strom mehr. Grund des Übels war eine durchgebrannte Sicherung, die der Mechaniker schnell ersetzte, für 10 Dollar. Das Autoradio funktionierte also wieder, und wir fuhren in Owaka kurz an den Straßenrand, um den weiteren Fahrweg auf der Karte zu studieren.

Als wir wieder losfahren wollten, sprang unser Auto nicht mehr an. Und auch die Sicherung vom Radio hatte es wieder durchgebrannt. Wir wollten den AA anrufen – doch hier gab es leider kein Handynetz! So versuchten wir uns zu erinnern, wo wir die letzte Telefonzelle im Ort gesehen hatten, watschelten im Regen dort hin und riefen an. Uns wurde mitgeteilt, dass man jemanden schicken würde, das aber 140 Dollar kosten würde. Ähm, wie bitte? Wir hatten gerade noch 20 Dollar Bargeld und unsere Kreditkarten waren wegen der Bezahlung der Campervanmiete am Limit. Gar nicht gut also. So beschlossen wir, erst einmal mit Spaceships Kontakt aufzunehmen. Da wir die Telefonnummer aber im Auto hatten, mussten wir zunächst im Regen wieder dorthin laufen, die Nummer holen und wieder zurück zur Telefonzelle. Wie umständlich doch alles ist, wenn das Handy nicht funktioniert!

Spaceships klärte uns auf, dass das so der normale Ablauf wäre, man uns aber die 140 Dollar wieder erstatten würde, wenn die Autopanne nicht auf einen Fehler unsererseits zurückzuführen wäre. Wir sollten dem AA einfach erklären, dass wir kein Bargeld zur Verfügung hätten, und sofern unsere Maestro-Card nicht belastet werden könne, würde uns der AA-Fahrer zum nächsten ATM fahren. Gut. Wir riefen also dann wieder den AA und schilderten die Sachlage. Ganz so einfach, wie von Spaceships beschreiben, war es dann zwar nicht, doch nach langer Diskussion am Telefon entschied der Supervisor, dass sie jemanden schicken würden, ohne 140 Dollar Gebühr zu berechnen.

Eine halbe Stunde später kam dann der Lehrbub aus der Autowerkstatt, in welcher unser Radioproblem gelöst worden war. Seine Mutter fuhr das Auto, denn so wie er aussah, war er wohl noch zu jung, um selbst fahren zu dürfen. Offensichtlich fehlte ihm auch ein wenig Berufspraxis, denn er hat leider Plus und Minus vertauscht, es rauchte und stank erbärmlich, das Auto aber sprang nicht an. Er gab nach ein paar weiteren Fehlversuchen auf, und die beiden fuhren recht schnell davon, mit der Info, sie würden einen anderen Mechaniker schicken, sobald dieser von seinem Abschlepp-Auftrag zurück sei.

Der „richtige“ Mechaniker kann dann auch bald und hat es nach zig Fehlversuchen dann doch noch geschafft, den Motor wieder zum Laufen zu bringen. Er hatte nämlich immer versucht, das Auto an der falschen Batterie zu starten, die doch aber für unseren Kühlschrank, DVD Player und das ganze andere Interieur da ist. Stefan hatte ihn zwar darauf aufmerksam gemacht, dass er es doch an der anderen Batterie versuchen sollte, doch darauf ist er erst nach langen 20 Minuten eingegangen…

Wie auch immer, jetzt haben wir wohl eine geschrottete Batterie unter der Motorhaube, aber unser Raumschiff fuhr wieder. Wenn es auch nach wie vor erbärmlich stank, trotz Lüften!

Nach diesem nicht wirklich erfolgreichen Tag steuerten wir dann an der Curio Bay den wohl kuriosesten Campingplatz an, den wir jemals gesehen haben. Der Curio Bay Camping Ground liegt direkt am Meer auf einem kleinen Felsvorsprung. Die Stellplätze sind weit verstreut zwischen mannshohen Pflanzen, so dass man nur die Dächer der Wohnmobile sehen kann. Witzig. Und hier „wohnen“ auch Robben und Seelöwen, so dass man aufpassen sollte, wohin man tritt, wenn man nachts aufs Klo gehen will 🙂

Leider war kein Stellplatz mit Strom mehr frei, und so kehrten wir um und fuhren in den Ort Waikawa, da wir uns den Luxus eines Campingplatzes ja einzig und allein wegen Duschen und Strom gönnen. Im Ort fanden wir dann aber einen tollen Rastplatz mit Toiletten vor, an welchem eine große Wiese lag. Einige Camper hatten sich hier schon eingefunden und ihr Lager aufgeschlagen, und so gesellten wir uns dazu. Wir machten uns im Regen Pfannkuchen zum Abendessen und bekamen von einem netten Franzosen, der mit seiner Familie ebenfalls hier übernachtete, frisch gepflückte Brombeeren geschenkt. Lecker!

Wort des Tages: Pannenhilfe




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