Feb 26 2010

Dienstag, 16.02.10 Dunedin / Otago Halbinsel (Neuseeland)

Heute war mal wieder ein sonniger Tag und so machte auch die Stadt Dunedin einen warmen, freundlichen Eindruck, als wir heute Morgen auf dem Weg zur i-Site waren. Das Wetter macht doch wirklich viel aus, wenn es um die Atmosphäre eines Ortes geht!

Dunedin strahlt sowieso einen ganz besonderen Charme aus, wie ich finde. Die Studentenstadt ist sehr hügelig und irgendwie eine Mischung aus Alt und Neu. So findet man super tolle Häuser, teils neu renoviert aus dem 19. Jahrhundert, aber auch alte, verkommene viktorianische Holz-Baracken, um die sich offensichtlich keiner mehr kümmert, bzw. von Studenten als wohl willkommen billige Studentenbleibe genutzt werden.

Wir haben zunächst am Meer, am St. Kilda Beach Frühstück gemacht. Tatsächlich waren hier ein paar Mutige im Wasser, und das bei nur ca. 18 Grad Lufttemperatur. Wie kalt das Meer war, will ich gar nicht wissen…

Dann machten wir uns auf, die Stadt zu entdecken. Gut gestärkt fuhren wir zu der wohl schrägsten Touristenattraktion Dunedins, der Baldwin Street. Es handelt sich hierbei um die steilste Wohnstrasse der Welt, so steht es zumindest im Guinnessbuch der Rekorde. Sie hat eine Steigung von 19 Grad und ist wirklich, wirklich steil!

Man kann sich richtig weit nach vorne (bzw. nach hinten) lehnen, ohne umzufallen. Eigentlich muss man sogar so laufen, um nicht zu straucheln. Witzig.

Allerdings tun mir die Anwohner ganz schön leid, denn hier tummeln sich täglich Unmengen von Touristen. Als wir fuhren, kam gerade eine Ladung japanischer oder chinesischer Touristen an. Da haben wir also mal wieder gutes Timing bewiesen.

Wir sind dann weiter zum wohl meist fotografierten Gebäude der Südinsel, dem Bahnhof. Er schaut eher aus wie eine kleine Burg, und auch der Garten davor mit seinen Blumenbeeten erinnert mehr an ein herrschaftliches Gebäude. Wir posierten also vor dieser tollen Kulisse – und fanden beim Fotos schießen doch tatsächlich einen 50-Dollar-Schein! Wir freuten uns sehr, schauten uns mehrfach um, ob hier jemand ist, der den Schein evtl. verloren haben könnte, doch da war weit und breit niemand. 3-2-1-Meins! Tat unserer Reisekasse sehr gut.

Etwas außerhalb der Stadt, auf dem höchsten Punkt der Otago-Halbinsel, thront das Larnach-Castle, das wir uns als nächstes Ziel unserer Besichtigungstour ausgesucht hatten. Für 10 Dollar Eintritt pro Person erhält man Zutritt zu den Gärten, die Besichtigung des Castles selbst war uns mit 25 Dollar zu teuer. Die gotische Villa wurde 1871 vom extravaganten Kaufmann und Politiker William Larnach erbaut, um seine aus dem französischen Adel stammende Frau damit zu beeindrucken – angeblich gefiel es ihr aber nicht sonderlich! Wie auch immer, die Gärten sind sehr hübsch angelegt und man hat von hier einen tollen Blick über die Otago-Halbinsel.

Dann wollten wir Seelöwen beobachten gehen, weshalb wir zur Sandfly-Bay gefahren sind. Dort sollen sich immer wieder Exemplare dieser Giganten herumtreiben, haben wir gelesen. Vom Parkplatz aus ging es über gar nicht so kleine Sanddünen hinunter zum Strand, ein toller Weg mit tollem Ausblick! Wir machten also einen schönen Strandspaziergang, doch einen Seelöwen bekamen wir leider nicht zu sehen, wie schade. Irgendwie wollen sich die Tierchen uns nicht zeigen…

Am späten Nachmittag machten wir dann noch eine kurze Wanderung zum sogenannten Lovers Leap. Hier mussten wir immer wieder wollige Schäfchen aufschrecken, denn der Weg führte durch deren Weidegebiet. So mähten uns die Wollknäule an und beäugten uns skeptisch, ob sie sich wegen der Störung beschwerten oder uns begrüßten, darf sich jeder selbst aussuchen 🙂

Vom Aussichtsplateau aus hatten wir dann eine wirklich super tolle Sicht auf diese markante Felsspalte und die hereinbrechenden Wellen. Überhaupt war die Landschaft hier wieder einmal unglaublich schön, wenn auch sehr rau!

Auf dem Rückweg zum Auto nahmen wir noch eine Abzweigung von unserem Wanderweg und liefen noch zu einem weiteren Aussichtspunkt, dem Chasm-Lookout. Hier gingen die Felsen so schroff und weit in die Tiefe, dass sogar Stefan Respekt davor hatte. Und das will was heißen.

Kurz vor der Ankunft am Auto haben wir noch einen kleinen etwas ängstlich drein schauenden Minihasen gesehen.

Nach diesen tollen Plätzen gingen wir zurück zum Auto und kochten Nudeln mit Tomatensoße zum Abendessen. Und dann suchten wir nach einem Schlafplatz für die heutige Nacht. Das war hier gar nicht so einfach, denn auf fast allen Rastplätzen war ein „Übernachten verboten-Schild“ angebracht.

Wir schliefen schließlich auf der Macandrew Bay Rest Area. Da wir von der rechten Seite aus einfuhren, sahen wir erst am nächsten Morgen beim Rausfahren, dass auch hier das Campen eigentlich verboten war. So schliefen wir aber ohne schlechtes Gewissen ein.

Wort des Tages: Castle




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